{"id":3945,"date":"2021-10-29T10:36:10","date_gmt":"2021-10-29T10:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worck.eu\/?p=3945"},"modified":"2021-10-29T10:36:10","modified_gmt":"2021-10-29T10:36:10","slug":"ermachtigung-neuer-akteurinnen-und-homogenisierung-der-perspektiven-ein-beitrag-zu-den-ambivalenten-auswirkungen-der-europaischen-forschungsforderung-im-bereich-der-agrargeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/worck.eu\/2021\/10\/29\/ermachtigung-neuer-akteurinnen-und-homogenisierung-der-perspektiven-ein-beitrag-zu-den-ambivalenten-auswirkungen-der-europaischen-forschungsforderung-im-bereich-der-agrargeschichte\/","title":{"rendered":"Erm\u00e4chtigung neuer Akteur*innen und Homogenisierung der Perspektiven? Ein Beitrag zu den ambivalenten Auswirkungen der europ\u00e4ischen Forschungsf\u00f6rderung im Bereich der Agrargeschichte."},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:780px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-custom fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" style=\"--button_accent_color:#c00808;--button_border_color:#c00808;--button_accent_hover_color:#c00808;--button_border_hover_color:#c00808;--button_border_width-top:3px;--button_border_width-right:3px;--button_border_width-bottom:3px;--button_border_width-left:3px;--button-border-radius-top-left:1px;--button-border-radius-top-right:1px;--button-border-radius-bottom-right:1px;--button-border-radius-bottom-left:1px;--button_gradient_top_color:#ffffff;--button_gradient_bottom_color:#ffffff;--button_gradient_top_color_hover:#ffffff;--button_gradient_bottom_color_hover:#ffffff;\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/www.worck.eu\/2021\/10\/29\/empowerment-of-new-actors-and-homogenisation-of-perspectives-the-ambivalent-effects-of-european-research-funding-on-academic-work-in-the-field-of-rural-and-agrarian-history-a-call-for-a-debate\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">English<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:780px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><em>Von Peter Moser (Archiv f\u00fcr Agrargeschichte, Bern)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Quasi parallel zum Aufstieg der Wirtschafts- und Sozialgeschichte fand an vielen Universit\u00e4ten und Archiven in den 1970\/80er Jahren eine Marginalisierung der agrarhistorischen Forschung und der Sicherstellung und Erschliessung von Quellen zur l\u00e4ndlichen Gesellschaft aus dem 19. und 20. Jahrhundert statt. Allerdings wurde das schwindende agrarhistorische Interesse in den etablierten Institutionen schon in den 1990er Jahren europaweit von der Gr\u00fcndung neuer Institutionen \u00fcberlagert, die sich mit neuen Erkenntnisinteressen, Methoden und Finanzierungsmodellen mit der l\u00e4ndlichen Gesellschaft und der Agrarfrage im Zeitalter des Industriekapitalismus zu besch\u00e4ftigen begannen. So entstanden beispielsweise wissenschaftliche Zeitschriften wie 1990 die <em>Rural History<\/em> in Grossbritannien oder 1994 die <em>Histoires et Soci\u00e9t\u00e9s Rurales<\/em> in Frankreich. In Deutschland wurde 1994 der <em>Arbeitskreis f\u00fcr Agrargeschichte<\/em>, in Irland im Jahr 2000 die <em>Agricultural History Society of Ireland<\/em> und in \u00d6sterreich 2002 das <em>Ludwig Boltzmann Institut f\u00fcr Geschichte des l\u00e4ndlichen Raumes<\/em> gegr\u00fcndet. In der Schweiz entstand mit dem <em>Archiv f\u00fcr Agrargeschichte<\/em> im gleichen Jahr ein virtuelles Archiv, das in der Erschliessung von Quellen, der wissenschaftlichen Forschung und der online zug\u00e4nglichen Dokumentation t\u00e4tig wurde.<\/p>\n<p>Erfolgte der Aufbau dieser neuen Forschungseinrichtungen, Dachorganisationen, virtuellen Archive, Zeitschriften und Online-Portale auf der nationalstaatlichen Ebene noch weitgehend unabh\u00e4ngig voneinander, so trug das von 2005 bis 2009 durchgef\u00fchrte COST Action A35 Programm <em>Progressore<\/em> sowohl zu einer Vernetzung der neuen Einrichtungen mit \u00e4lteren Institutionen als insbesondere auch zur Gr\u00fcndung von neuen Institutionen auf der europ\u00e4ischen Ebene bei. Die Intensivierung und Verstetigung des transnationalen Wissensaustausches unter Forschenden f\u00fchrte 2008 zur Lancierung der Publikationsreihe <em>Rural History in Europe<\/em> und 2010 zur Gr\u00fcndung der Dachorganisation <em>European Rural History Organisation<\/em> (EURHO). Aus den Aktivit\u00e4ten, die von diesen Institutionen ausgingen, entstand 2017 die <em>European Rural History Film Association<\/em> (ERHFA), die Filmquellen zu den l\u00e4ndlichen Gesellschaften open access online zug\u00e4nglich und damit f\u00fcr die Forschenden zitierbar und f\u00fcr die Rezensent*innen \u00fcberpr\u00fcfbar macht.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4isierung von Forschung und Quellenvermittlung zum Agrarischen in Industriegesellschaften und zu den l\u00e4ndlichen Gesellschaften von Portugal bis Finnland und von Griechenland bis Irland hat nicht nur unser Wissen \u00fcber diese Themenbereiche substantiell erweitert, sondern auch viel zur Etablierung der neu entstandenen Institutionen auf der nationalstaatlichen Ebene beigetragen. Beide Entwicklungen, die St\u00e4rkung der Forschungseinrichtungen auf der nationalstaatlichen Ebene und der Wissensaustausch im europ\u00e4ischen Rahmen, haben dazu gef\u00fchrt, dass das Interesse an l\u00e4ndlicher Geschichte insbesondere unter jungen Forschenden markant zunahm. Der \u201eAufbruch am Rand\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> schl\u00e4gt sich u. a. in einem wachsenden Output an Monografien und Aufs\u00e4tzen in Sammelb\u00e4nden und Zeitschriften nieder; aber auch in der Form von Forschungsprojekten und hunderten von Referaten, die allein anl\u00e4sslich der alle zwei Jahre im Namen der EURHO durchgef\u00fchrten <em>Rural History Conference<\/em> gehalten werden.<\/p>\n<p>M\u00f6glich geworden ist dieser Ausbau auf der europ\u00e4ischen Ebene vor allem deshalb, weil sich innerhalb der Community der Rural Historians \u00e4hnlich wie zuvor schon in den modernisierungstheoretisch ausgerichteten Sozialwissenschaften Englisch als Lingua franca stillschweigend durchgesetzt hat. \u201eThe working language of the association shall be English\u201c, heisst es im Grundsatzartikel der EURHO lapidar, obwohl die \u00fcberwiegende Mehrheit der Teilnehmer*innen an den <em>Rural History Conferences <\/em>nicht englischer Muttersprache ist und weniger als 10 Prozent der institutionellen Mitglieder der EURHO in L\u00e4ndern aktiv sind, in denen prim\u00e4r Englisch gesprochen wird.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> Weder bei der Gr\u00fcndung noch seither gab es innerhalb der EURHO Opposition gegen diese Reduktion der Sprachenvielfalt. Die Etablierung eines Quasimonopols auf der europ\u00e4ischen Ebene hatte zur Folge, dass sich Englisch auch im Rahmen nationalstaatlicher Diskussionen als dominante Sprache durchzusetzen begann. Heute publizieren viele Schwed*innen, Spanier*innen, Italiener*innen und Ungar*innen ihre Texte auch dann auf Englisch, wenn sie lokale oder regionale Ph\u00e4nomene innerhalb nationalstaatlicher Strukturen thematisieren. Sie tun dies prim\u00e4r deshalb, damit ihre Texte auch in Griechenland, Frankreich, der Schweiz und in Schottland zur Kenntnis genommen werden (k\u00f6nnen).<\/p>\n<p>Diese Entwicklung m\u00f6chte heute kaum jemand mehr missen. Allerdings beinhaltet sie auch problematische Aspekte, die gerade f\u00fcr Agrarhistoriker*innen des 19.\/20. Jahrhunderts un\u00fcbersehbar sind. Denn die Landwirtschaft wurde in diesem Zeitraum nicht nur von den relativ uniformen, an industriellen Verh\u00e4ltnissen und kapitalistischen Erwartungshaltungen modellierten Vorstellungen von Staatlichkeit und Gesellschaft beeinflusst. Die agrarischen Praktiken blieben ebenso gepr\u00e4gt von der Vielfalt lokal bedingter Eigenheiten wie den unterschiedlichen B\u00f6den, dem Mikroklima, der Topografie und den von diesen Besonderheiten geformten Tieren und Pflanzen. Abgebildet wird die daraus resultierende soziale, \u00f6konomische, technische, kulturelle und politische Vielfalt der Agrarverh\u00e4ltnisse in Europa durch eine mannigfaltige Begrifflichkeit in vielen Sprachen. Es ist diese Vielfalt an Sprachen und Dialekten, die es den Akteur*innen m\u00f6glich machte, ihre konkreten Erfahrungen und Intentionen pr\u00e4zise zu benennen und schriftlich zu formulieren. Wenn nun mit einer einzigen, im Falle des Englischen erst noch einer seit mehr als zwei Jahrhunderten prim\u00e4r an industriellen Verh\u00e4ltnissen modellierten Sprache versucht wird, diese Buntheit an Verh\u00e4ltnissen zu beschreiben, stellen sich grundlegende Fragen. Denn im Englischen gibt es f\u00fcr viele dieser Ph\u00e4nomene gar keine ad\u00e4quaten Begriffe. Zudem k\u00f6nnen Begriffe zuweilen auch nicht einfach in eine andere Sprache \u00fcbersetzt werden, wie uns Reinhart Koselleck in Erinnerung ruft. Denn nicht \u201ealle Erfahrungen, die auf den Begriff gebracht worden sind, lassen sich in den scheinbar entsprechenden Begriffen anderer Sprachen reproduzieren\u201c.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> F\u00fcr den Bereich des Agrarischen stellt sich deshalb die konkrete Frage: Transportieren die verwendeten Begriffe ein Erfahrungswissen, das aus dem Umgang mit Tieren und Pflanzen in einer b\u00e4uerlichen Praxis resultiert? Oder vermitteln sie etwas ganz anderes \u2013 beispielsweise die Erwartungshaltung, lokal gepr\u00e4gte agrarische Praktiken durch Verfahren zu ersetzen, die sich an einer an kapitalistisch-industriellen Verh\u00e4ltnissen modellierten Vorstellung von Landwirtschaft orientieren?<\/p>\n<p>Inwiefern im Agrarischen mit anderen Sprachen konkrete Erfahrungen und Funktionen abgebildet werden k\u00f6nnen, f\u00fcr die es im Englischen schlicht und einfach keine entsprechende Begrifflichkeit gibt, zeigt sich etwa an den Bezeichnungen <em>Bauer<\/em> und <em>Paysan<\/em>. Ein <em>Paysan<\/em> aus dem franz\u00f6sischen Jura war weder ein <em>Farmer<\/em> noch ein <em>Peasant<\/em>. Und eine <em>B\u00e4uerin<\/em> aus der Steiermark war etwas ziemlich anderes als eine <em>peasant women<\/em> oder eine <em>farmer\u2019s wive<\/em>, wie die terminologisch korrekten \u00dcbersetzungen lauten w\u00fcrden. Eine <em>Paysanne<\/em> ist aber auch nicht das gleiche wie ein (oder: eine?) <em>female farmer<\/em>. Dass im englischsprachigen Raum Europas trotz einer relativ guten Quellenlage und der Hausse der Gender Studies und der Rural History in den letzten Jahrzehnten kaum \u00fcber B\u00e4uerinnen (hingegen sehr wohl \u00fcber Farmer<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a>) geforscht und publiziert worden ist, h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass die sich ausschliesslich auf Englisch verst\u00e4ndigenden Historiker*innen und Geschlechterforscher*innen bei diesem Thema auf kein ad\u00e4quates Begriffsarsenal zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, mit dem sie das tun k\u00f6nnten. Konkret: Wie soll die <em>B\u00e4uerin<\/em> Elizabeth Bobbet, die als unverheiratete Frau w\u00e4hrend mehr als vier Jahrzehnten in der irischen Grafschaft Wicklow einen Hof bewirtschaftete und als Generalsekret\u00e4rin der Irish Farmers\u2018 Federation in der Verbandspolitik eine f\u00fchrende Rolle spielte, auf Englisch bezeichnet werden? Sie war ganz offensichtlich weder eine <em>farmer\u2018s wive<\/em> noch ein oder eine <em>female farmer, <\/em>sondern eine <em>B\u00e4uerin<\/em>.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a> Im Englischen gibt es schlicht <em>keinen<\/em> Begriff, der den Status und die T\u00e4tigkeit einer selbst\u00e4ndig einen Hof f\u00fchrenden Frau bezeichnet, weil B\u00e4uerinnen in den angels\u00e4chsischen \u00a0Industriegesellschaften seit dem 19. Jahrhundert als ein Ph\u00e4nomen der Vergangenheit ohne Relevanz f\u00fcr die Gegenwart wahrgenommen wurden.<\/p>\n<p>Versuche, die Aktivit\u00e4ten von B\u00e4uerinnen exklusiv in der Wissenschaftssprache Englisch zu thematisieren, beinhalten deshalb immer auch die Gefahr, dass sich im Bereich der Geschichtsschreibung jener problematische Prozess wiederholt, der schon in den Sozialwissenschaften dazu gef\u00fchrt hat, dass bei der Analyse b\u00e4uerlich-agrarischer Verh\u00e4ltnisse Wissen und Unwissenheit zugleich geschaffen werden. \u201eScience generates both\u201c, schreibt der Agrarsoziologe Jan Douwe van der Ploeg selbstkritisch, \u201eknowledge and ignorance and one of the black holes it has created systematically obscures the ways in which peasants operate within the modern world. Thus the phenomenon of the peasant has been delegated to remote places hidden in history and the periphery. What science did was to create an image and model of the agricultural entrepreneur \u2013 a model that posits the farmer, his practices and the relations in which he is engaged as <em>they are supposed to be<\/em>.\u201d<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> Verbannen die seit den 1960er Jahren fast ausschliesslich auf die Thematisierung industrieller Verh\u00e4ltnisse ausgerichteten Sozialwissenschaften agrarische Ph\u00e4nomene aus dem 19.\/20. Jahrhundert zuweilen in eine f\u00fcr sie irrelevante Vergangenheit, so schafft die Historiographie mit der Benutzung von \u201eErwartungsbegriffen\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a> wie<em>\u00a0 female farmer <\/em>oder <em>farmer\u2019s wive<\/em> Assoziationen, die mehr dar\u00fcber aussagen, wie B\u00e4uerinnen und Bauern sein sollten, als dar\u00fcber, wie sie sich verhielten und in welchen Verh\u00e4ltnissen sie lebten. Dieses mehr auf Konstruktion und Korrektur als auf eine Analyse ausgerichtete Interesse an der Landwirtschaft dominiert den Blick der Industriegesellschaften auf ihre Agrarsektoren und die darin t\u00e4tigen Akteur*innen schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, wie nicht zuletzt anhand von Buchtiteln wie \u201eDer Schaffhauser Bauer, wie er sein sollte, und wie er nicht ist, wie er ist, und wie er nicht sein sollte\u201c ersichtlich wird.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a><\/p>\n<p>Der mit der Europ\u00e4isierung einhergehende Aufstieg des Englischen hatte in der Agrargeschichte zum 19. und 20. Jahrhundert also eine St\u00e4rkung neuer Institutionen und eine Ausweitung des Wissens \u00fcber den Untersuchungsgegenstand zur Folge \u2013 aber auch die Schaffung von schwarzen L\u00f6chern und weissen Fl\u00e4chen. Zudem tr\u00e4gt die Dominanz des Englischen zu einer Homogenisierung der Erkenntnisinteressen bei. Das zeigt sich etwa daran, dass heute in vielen Forschungsprojekten mehr oder weniger explizit einfach nach \u201eder Modernisierung\u201c b\u00e4uerlicher Gesellschaften gefragt wird \u2013 also prim\u00e4r danach, ob diese im gew\u00e4hlten Untersuchungszeitraum \u201eschon modern\u201c waren oder \u201enoch nicht\u201c. Auf die Akteur*innen bezogen heisst das, ob die <em>Bauern<\/em> schon <em>Farmer<\/em> waren oder noch <em>Peasants<\/em> resp. ob die <em>B\u00e4uerinnen<\/em> schon <em>farmer\u2019s wives<\/em> oder noch <em>peasant\u2018s wives<\/em> waren. So legitim die Frage nach dem Grad der Modernisierung aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive sein mag: Geschichte h\u00e4tte hier wesentlich mehr zu bieten, als die Vermessung angeblicher Defizite oder Fortschritte. Doch um beispielsweise thematisieren zu k\u00f6nnen, weshalb die Akteur*innen in der wirtschaftlichen Globalisierung ab den 1870er Jahren in der Industrie auf Grossbetriebe, Aktiengesellschaften, Lohnarbeit und Dampfmaschinen, in der Landwirtschaft hingegen auf Familienbetriebe, Genossenschaften und den Einsatz von Arbeitstieren setzten, braucht es eine Begrifflichkeit, die die Gleichzeitigkeit <em>scheinbar<\/em> ungleichzeitiger Ph\u00e4nomene sachlich zutreffend erfassen und nicht nur in einer zeitlichen Abfolge verorten kann.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a><\/p>\n<p>\u00dcber eine solche Begrifflichkeit verf\u00fcgen beispielsweise die deutsche und die franz\u00f6sische Sprache. Die Leiter von Landwirtschaftsbetrieben bezeichneten sich im 19. und 20. Jahrhundert als <em>Bauern<\/em> oder <em>Paysans<\/em>, wenn es um politisch-gesellschaftliche Fragen ging, und als <em>Landwirte<\/em> oder <em>Agriculteurs<\/em>, wenn sie \u00f6konomische Belange thematisierten. Damit verbalisierten sie nicht nur ihre multiplen Identit\u00e4ten, sondern adressierten auch die oft widerspr\u00fcchlichen, an sie gerichteten Erwartungen der Industriegesellschaften. Diese gleichzeitig formulierten, aber unterschiedlich ausgerichteten Erwartungen sollte die Geschichtsschreibung ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen, wenn sie verstehen will, weshalb sich welche Akteur*innen wie verhielten. Wenn heute Umwelthistoriker*innen die Landwirtschaft im 20. Jahrhundert als \u201ezu modern\u201c, Wirtschaftshistoriker*innen hingegen als \u201enoch nicht modern genug\u201c wahrnehmen, dann ist das ein Indiz daf\u00fcr, dass beide in der Tendenz nicht Verhaltensweisen untersuchen, sondern vor allem Erwartungen formulieren: sie projizieren das sich in den 1990er Jahren durchsetzende neoliberale Dogma, wonach die Entwicklung der Landwirtschaft aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden mit einer liberalen Handelspolitik zu steuern und zum Schutz der Umwelt zugleich mit einer interventionistischen Umweltpolitik zu re-regulieren sei.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> Eine historische Analyse w\u00fcrde jedoch auch, oder sogar in erster Linie, danach fragen, ob, weshalb und wie die Akteur*innen die bei der Nutzung biotischer Ressourcen in der Biosph\u00e4re untrennbar miteinander verbundenen T\u00e4tigkeiten der Produktion und der Reproduktion in der Praxis zu integrieren versuchten und nicht, wie die Sozialwissenschaften, zu modularisieren.<\/p>\n<p>Hier liegt denn auch ein grosses Potential der Agrargeschichte f\u00fcr die Gegenwart: Zu er\u00f6rtern und herauszufinden, weshalb die Entwicklung der Landwirtschaft in Industriegesellschaften so heterogen, in so vielf\u00e4ltigen Formen verlaufen und von den Akteur*innen so unterschiedlich gestaltet werden.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a> Allerdings bedingt eine Thematisierung der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung als \u201eawkward class\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a> und ihrer Akteur*innen als \u201ePolybians\u201c<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a> eine multilinguale, auch an agrarischen Verh\u00e4ltnissen modellierte Begrifflichkeit. Nur so kann vermieden werden, dass die Kontingenz ihrer historischen Entwicklung nicht zum Vorneherein aus den Narrativen hinausgeschrieben wird. Dieses Gebot zur Pluralit\u00e4t wird innerhalb der Europ\u00e4isierung der Geschichtsschreibung zur l\u00e4ndlichen Gesellschaft allerdings noch kaum explizit thematisiert, obwohl das Thema un\u00fcbersehbar ist. Im Alltag setzen sich bezeichnenderweise stillschweigend (wieder) multilinguale L\u00f6sungen durch, die das Dogma des Englischen als Lingua franca relativieren. So praktiziert beispielsweise die <em>European Rural History Film Association<\/em> die Verzeichnung der Metadaten zum Filmschaffen aus praktischen Erw\u00e4gungen multilingual, obwohl auch die ERHFA Englisch als lingua franca akzeptiert.<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[xiv]<\/a><\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Der Siegeszug des Englischen hat im letzten Vierteljahrhundert das Wissen \u00fcber die Agrarfrage in den Industriegesellschaften und die l\u00e4ndlichen Gesellschaften stark erweitert. Gleichzeitig ist deutlich geworden, dass die Anglisierung der Forschung und Quellenvermittlung einer inhaltlichen Ann\u00e4herung an die Vielfalt der Erfahrungen der Akteur*innen und ihrer mannigfaltigen Verhaltensweisen im Agrarbereich nicht nur bef\u00f6rdert, sondern auch erschwert. Die jeder wissenschaftlichen Forschung inh\u00e4renten Bestrebungen zur Reduktion der Komplexit\u00e4t ihres Untersuchungsgegenstandes verursacht hier Probleme, die k\u00fcnftig auch innerhalb der europ\u00e4ischen Institutionen zu einem Thema werden sollten.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4isierung der Agrargeschichtsschreibung ist also kein homogener Prozess, sondern charakterisiert durch Ambivalenzen.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[xv]<\/a> Diese machen sich u. a. dadurch bemerkbar, dass ausgerechnet diejenige Sprache, die eine Verst\u00e4ndigung der Akteur*innen \u00fcber die Sprachgrenzen m\u00f6glich macht, sich als Barriere erweist, wenn es um die Historisierung der Diversit\u00e4t agrarischer Ph\u00e4nomene in Industriegesellschaften geht. Einen Ausweg aus dieser Schwierigkeit bietet jedoch weder die Aufgabe der Europ\u00e4isierung noch des Englischen als zentralem Kommunikationsmittel, sondern die Erweiterung hin zu einer Vielsprachigkeit, die den historischen Verh\u00e4ltnissen gerecht wird. So wie im Zeitalter der Globalgeschichte nicht eine Renationalisierung der Geschichtsschreibung, sondern eine \u201enicht-nationale Nationalgeschichte\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[xvi]<\/a> es erm\u00f6glicht, nationale Eigenheiten zu thematisieren, so k\u00f6nnte eine innerhalb der europ\u00e4ischen Institutionen praktizierte Mehrsprachigkeit, die fluide Hierarchien im Sprachgebrauch nicht nur als punktuell nicht zu vermeidende Abweichung toleriert, sondern reflektiert und aktiv f\u00f6rdert, einen Beitrag zur Historisierung der immer auch von lokalen Eigenheiten gepr\u00e4gten agrarischen Ph\u00e4nomene leisten.<\/p>\n<p>Das heutige Europa ist zu derjenigen Arena geworden, in der die grundlegendsten Diskussionen um die weltweite Hegemonie westlicher Vorstellungen gef\u00fchrt werden.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[xvii]<\/a> K\u00f6nnten die Institutionen, die die Europ\u00e4isierung der Geschichte zur l\u00e4ndlichen Gesellschaft vorantreiben, sich k\u00fcnftig nicht in einem \u00e4hnlichen Sinne entwickeln und so zum Schauplatz der Diskussionen um die Frage werden, welche Sprache(n) sich zur Historisierung der Vielfalt b\u00e4uerlich-agrarischer Ph\u00e4nomene jeweils am besten eignen?<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Urs Hafner, Aufbruch am Rand. Die neue Geschichtsschreibung zu den l\u00e4ndlichen Gesellschaften der neuzeitlichen Schweiz \u2013 Einf\u00fchrung und \u00dcbersicht, Bern 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Vgl. dazu: www.ruralhistory.eu.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Reinhart Koselleck, Drei b\u00fcrgerliche Welten? Zur vergleichenden Semantik der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in Deutschland, England und Frankreich, in ders., Begriffsgeschichten. Studien zur Semantik und Pragmatik der politischen und sozialen Sprache, Frankfurt a.\u00a0M. 2006, 402\u2013464, 412.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Vgl. bspw. Richard Hoyle (ed.), the Farmer in England, 1650-1980, London 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Peter Moser, Partizipation ohne Integration? Das gesellschaftspolitische Engagement der B\u00e4uerinnen Elizabeth Bobbett und Augusta Gillabert-Randin in der Schweiz und in der Republik Irland, in: Norbert Franz et. al (Hrg.), Identit\u00e4tsbildung und Partizipation im 19. und 20. Jahrhundert. Luxemburg im europ\u00e4ischen Kontext (\u00c9tudes Luxembourgeoises, Bd. 12), Frankfurt am Main 2016, 101-130.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Jan Douwe van der Ploeg, The New Peasantry. Struggles for Autonomy and Sustainability in an Era of Empire and Globalization, London 2009, 17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Zum Erwartungsbegriff vgl. Reinhart Koselleck, Einleitung, in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart 1972 [2004], XIII\u2013XXVII, XVI.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Zacharias Gysel, Der Schaffhauser Bauer, wie er sein sollte, und wie er nicht ist, wie er ist, und wie er nicht sein sollte. Eine Geschichte aus dem Leben, den Bauern des Kantons Schaffhausen zur Beherzigung und Kurzweil erz\u00e4hlt von einem Klettg\u00e4uer, Schaffhausen, 1854.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> Juri Auderset, Peter Moser, Die Agrarfrage in der Industriegesellschaft. Wissenskulturen, Machtverh\u00e4ltnisse und nat\u00fcrliche Ressourcen in der agrarisch-industriellen Wissensgesellschaft (1850-1950), Wien 2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> Juri Auderset, Peter Moser, Permanenz des Unbehagens. Epistemischer Wandel und agrarpolitische Re-Regulierungen im Zeitalter des Neoliberalismus, in: Regula Ludi, Mathias Ruoss, Leena Schmitter (Hg.), Zwang zur Freiheit. Krise und Neoliberalismus in der Schweiz, Z\u00fcrich 2018, 37-61.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> Ernst Langthaler, Wirtschaften mit Stil. Historisch-anthropologische Perspektiven zum Agrarstrukturwandel als Praxis, in: Historische Anthropologie, 3, 2012, 276-296.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> Theodor Shanin, The Awkward Class. Political Sociology of Peasantry in a Developing Society: Russia 1910-1925, Oxford 1972.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Richard Kearney, Reconceptualizing the Peasantry. Anthropology in Global Perspective, Boulder 1996.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> \u201cThe ERHFDBA is a multilingual association; in order to facilitate the communication, the working language shall primarily be English\u201d heisst es im Grundsatzartikel der Statuten. Vgl. www.ruralfilms.eu.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> Clara M. Frysztacka, Die Ambivalenzen der Europ\u00e4isierung. Einf\u00fchrung in ein Forschungsprogramm, in: Themenportal Europ\u00e4ische Geschichte, www.europa.clio-online.de.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> Vgl. dazu Forum: Nation: Julia Angster: Das Ende der Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Zum Bedeutungsverlust des nationalen Denkrahmens in der deutschen Geschichtswissenschaft, in: H-Soz-Kult, 08.09.2021, <a href=\"http:\/\/www.hsozkult.de\/debate\/id\/diskussionen-5254\">&lt;www.hsozkult.de\/debate\/id\/diskussionen-5254&gt;<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> Vgl. dazu auch: Michael Heinlein et. al., Futures of Modernity. Challenges for Cosmopolitical Thought and Practice, Bielefeld 2012.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":169,"featured_media":3942,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_ppma_block_editor_authors":""},"categories":[67,9,65],"tags":[],"ppma_author":[69],"class_list":["post-3945","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-academia-blog","category-blog","category-multilingual"],"authors":[{"term_id":69,"user_id":0,"is_guest":1,"slug":"peter-moser","display_name":"Peter Moser","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"","user_url":"","last_name":"","first_name":"","job_title":"","description":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3945"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3946,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945\/revisions\/3946"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3942"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3945"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/worck.eu\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=3945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}